1. Deß Dichters Liebe zu dem Neugebornen Jesulein

By Johann Klaj

Written 1636-01-01 - 1636-01-01

Was tufftet so das im Geruche hafft

das auffwerts steigt durchkreuchet Nas vnn Stirne

erquickt das Haubt vnd stärcket das Gehirne?

Es ist ja nicht der Bienen Blumen Safft?

Der hat die Krafft.

Mein Lieb das Land mit Milch vnd Hönig feucht

vom weichen Gold die Rosenfinger blincken

es tropffet ab der Balsam von der lincken

sein Zimmet Kleid nach lauter Ambra reucht

wie mich recht deucht.

Ein lieber Dieb mir jetzt mein Hertze stilt

der schertzet noch mit dem entzognen Hertzen

vnd brätet es bey liebes heissen Kertzen

die Lieb ist es die so bunt mit mir spielt

jhr Mühtlein kühlt.

Wo nauß mein Lieb? bin ich die dir was thut?

die vor als Braut dich kühnlich dürffen küssen

die wirfft sich hin als Magd zu deinen Füssen

er gibt sich dir vertrauet all jhr Gut

nun deiner Hut.

Was Freude wächst in meines Hertzen Schrein

Gott Pflügt Gott säet das Freuden-Feld ist offen

die Saat steht schön der Schnitter hat zu hoffen;

ich lese schon vnd führe Freuden Wein

mit Fudern ein.

O Gott ich bin dein Topff den du gemacht

auß rothen Ton darüm ich dich auch ehre

als ein Gefäß deß Hafners Lob vermehre

ich bin ja klein das kleine nim in acht

und nicht veracht.

Wolt Gott ich wer mit frischem Oel gefüllt

und angezündt daß männiglich mich kennte

wenn Tag vnd Nacht die Liebes Lampe brennte

Ich liebe dich du mich so sey gewillt

der Zanck gestillt.