1. Di grosse Pathmusoffenbahrung mit seinen siben Gemeinen; bei dem leiblichem P...

By Quirinus Kuhlmann

Written 1670-01-01 - 1670-01-01

Pathmus ohne gleich beschönet!

Gib hervor, was dir gelehnet.

Was mein Jesus eingesenkt

Tiffer als di tiffsten flüsse!

Als des Meeres Grundausgüsse!

Mehr als Menschensinn noch denkt!

Lasse di Völker nun schnell erfahren

Gottes des Herren sein Offenbahren,

Das si sich alle davor entsätzen:

Lernen erkennen ihr Hauptverletzen.

Öffne plötzlich di Gemeinen!

Was in ider must erscheinen,

Ide dreimahl sibenfach!

Führe si durch siben Sigel

Auf der siben Geister flügel

Durch drei Thire siben Ach!

Sibenmahl siben wird machen offen

Grössere Dinge, dann Menschen hoffen!

Sibenmahl siben wird alles klähren!

Wunder und wunder uns dargebähren!

Zeige deine sibenflamme,

Siben hörner an dem lamme

Und der siben Augen klahr!

Wi si sich aus sich entschlossen,

Sibeneinig ausgeflossen,

Bis sich alles ausgebahr!

Lasse posaunen di siben Engel!

Lasse si reden der häupter mängel,

Das sich diselbe vor Zorn erbrechen,

Immer nur schlimmer di kronen schwächen!

Weise uns den Tempel offen

Mit der neuen Ordnung hoffen,

Und der Mutter, hochgestellt!

Gib ihr knäblein, das verzükket,

Und dem Drachen ward entrükket,

Das der Drach von ihm gefällt.

Siben der ewig Evangelisten!

Siben, di siben Phiolen rüsten!

Sind si doch meisten, Gottlob, gekommen!

Lasse si nahmenlich sein vernommen!

Blösse doch di grosse Huhre,

Und entschnüre ihre schnure,

Damit si den Erdkreis bindt!

Blöss ihr zehen, di si fressen,

Und der Buhlschafft gar vergessen,

Das ihr Knäblein AMOR schwindt!

Siben der Berge, da Venus wohnet!

Siben der Printzen, da si bethronet!

Siben der Geister, di si gebohren!

Mutter und Söhnchen sind meist verlohren.

Strahle mit dem grossen König!

(Er verzeucht noch nur ein wenig!)

Mit dem grossem Hochzeitfest!

Mit des güldnen Reiches Tausend,

Das aus sechsen sanfft hersausend!

Mit der menge seiner Gäst.

Lasse Jerusalem uns vorschauen,

Welches Jehovah hat wollen bauen!

Sind doch di zeiten nun fast verstrichen?

Babel und Fabel auch meist erblichen?

Lehre Anfang, Mittel, Ende

Durch sechs tage höchstbehende

In des Ruhtags Wunderblikk

Von des Schöpffers Wort: Es werde!

Bis: verfalle Welt und Erde!

Als dein gröstes Wunderstükk!

Alles und alles ist hir verschlossen!

Alles und alles hat dich umflossen!

Wunder und Wunder, di hir zuhören,

Welche wi Wasser di Kentnis mehren!

Pathmus, Zeigstdu unter Zeiten

Nicht selbst von den Ewikeiten

Di Vorbildnis wundertif?

Einen Anfang unanfänglich,

Und ein Ende, das unendlich

In sich aus sich durch sich lif!

Siben aus dreien und einem Wesen

Waren, und kommen und sind erlesen!

Geister der Geister vor Gott erhoben!

Alles in allen von unten, oben!

Wilstdu, Pathmus, dich enthüllen?

Meine worte kraffterfüllen?

Sind di Völker schon erschrekkt?

Du beginnst dich erst zuwittern,

Schau, wi alle bebend zittern,

Das ihr falsches sich entdekkt!

Alle di Götter, Triumf! erbleichen,

Welche di Völker Gott wolten gleichen!

Alles entheiligte wil versinken!

Ewig und ewig den Abgrund trinken!

Was uns Adam hat verlohren,

Wird nun endlich neugebohren!

Sions Einheit di erscheint!

Was verdrükkt, wil triumfiren!

Was verdrükkte, sich entziren,

Heulet, schreiet, klaget, weint!

Seelig und seelig den Abelittern!

Wehe und wehe den Kainnittern!

Jene beseligt ein ewig freuen!

Dise bewehet ein ewig reuen!