1.Morgen Sonnet

By Andreas Gryphius

Written 1640-01-01 - 1640-01-01

Die ewig helle schar wil nun jhr licht verschlissen

Diane steht erblaßt; die Morgenrötte lacht

Den grawen Himmel an der sanffte Wind erwacht

Vnd reitzt das Federvolck den newen Tag zu grüssen.

Das leben dieser welt eilt schon die welt zu küssen

Vnd steckt sein Haupt empor man siht der Stralẽ pracht

Nun blinckern auf der See: O dreymal höchste Macht

Erleuchte den der sich jtzt beugt vor deinen Füssen.

Vertreib die dicke Nacht die meine Seel vmbgibt

Die Schmertzen Finsternüß die Hertz vnd geist betrübt

Erquicke mein gemüt vnd stärcke mein vertrawen.

Gib daß ich diesen Tag in deinem dinst allein

Zubring; vnd wenn mein End' vnd jener Tag bricht ein

Daß ich dich meine Sonn mein Licht mög ewig schawen.