10. Aperanthos auf Naxos

By Emanuel Geibel

Written 1833-01-01 - 1833-01-01

Ja, das heiß' ich fürwahr Dionysos' heilige Stätte!

Üppiges Traubengeländ' kränzt das gesegnete Tal.

Jeglicher Abhang triefet von Wein; um die Giebel der Häuser,

Um der Kastanien Schaft schlingt sich das grüne Gerank.

Horch, schon wandelt der bakchische Zug; schwarzäugige Jungfraun

Führen den Reihn, du vernimmst Zithern und Paukengetön.

Jener erglühende Greis auf dem Esel, er scheint mir Silenos;

Folgt nicht, die Schläfe bekränzt, bald mit den Panthern der Gott?

Aber indes nicht lässig, o Schenk! Frisch, walte des Amtes,

Mit dem ambrosischen Trank fülle den weiten Pokal.