10. Seufftzer einer glaubigen Seele nach Bethlehem

By Johann Klaj

Written 1636-01-01 - 1636-01-01

Ach hätten doch die Sternen bracht

Heinte die Nacht ohne Nacht

in welcher aller Jungfern Kron

Geboren Vatter Mann und Sohn Alleluja.

Ich küste seine Wängelein

Wängelein die Seidin seyn

Doch bräunlich Purpurroht bestralt

mit Liliẽ Milchweiß untermahlt Alleluja.

Es solle mir mein Jesulein

nimmer ungewieget seyn

es leg denn an der Mutter Brust

deß Himmels vnd der Erden Lust Alleluja.

Es solte mir mein Brüderlein

nimmer unbesungen seyn

biß daß die zuckersüsse Ruh

der Augenliechtlein schliesse zu Alleluja.

Es solte Sammt nicht Graß noch Heu

betten seines Kripleins Streu

Dann schlieff es sonder Frost und Noth

biß an das kühle Morgenroth Alle.

Vnd wer die Wöchnerin sehr matt

goß ich jhr ein heylsam Bad

von Perlenwasser und Canel

Violen Säfften Rosenöl Alle.

Wünsch deß Kindes Marmor Leib

Ich ein kohlschwartz Morenweib

den schönsten den der Erdkreiß find

den wünsch ein heßlich Sünden Kind Alleluja.