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Written 1640-01-01 - 1640-01-01
Was trawr' ich noch! was zittern meine glieder?
Wie das mein abgemattes hertz
Noch mitt sich selbst will streiten
Mein schmertz wird nuhmer ja zum schertz
In diesen frewden zeiten.
Was wanckt mein sinn den trawrig hin vndt wider?
Wie wen die winde streitten
Vndt Nordt vndt Ost raast wider seine brüder:
Ein ast erbebt im arwen mertz.
Gib dich zue ruh' vndt las dein sorgen fahren.
Durch so viell noth bestürmbter Geist.
Die wehmutt die dich drücket
Die geissell die dich schmeist vnd beist
Hatt Gott nun weggerücket:
Gott der dich offt gerissen von der bahren
Hatt dich mitt hülff erqüicket.
Vnd nach den truben rawen donner jahren
Dier gnad' vndt trew vndt gunst erweist.
Dv aller Herren Herr den Erdt vnd Himmell ehren.
Für dem die Hell erschrickt.
Du du hast mich du hast mich wollen hören
Da als ich gantz verstrickt
Im jägergarn des Todes mich nach dir
Vmbsahe da mein heilãd hastu mir
Gebotten hülff vndt handt du hast das netz zutrennet.
Ich bin durch dich dem pfeill dem vntergang entrennet.
Die haisse flutt der trüben lichter brunnen
Der schier erstartten augen röhr
Die reichen threnen bäche
Ergossen sich je mehr vndt mehr
Der strom von dem ich spreche
Ist tag vndt nacht ja für vnd für geronnen.
Herr das ich itzt vorbreche
Mitt jauchtzen Herr! das machstu meine Sonnen
Mein trost mein schutz mein ruhm vnd ehr.
Dv hast mein Gott die immer nassen wangen
Getrucknet mitt liebreicher handt
Dein arm hatt mich erhalten
Wen ich den müden fuß verwandt
Den hastu lassen walten
Die süsse gunst durch die ich bin entgangen
Wen mancher must erkalten
Wen mancher fiell von dir hab ich empfangen
Manch' ewig-trewer liebe pfandt.
Ich wil für dir mit dir durch dich in deinen wegen
Mit vollen schritten gehn
Da wo kein sterben sich vndt keine seuchen regen
Wo keine gräber stehn
Wo alles lebt wo alles singt vndt klingt
Vnd einen danck dir nach dem andern bringt;
Wo alle schmertzen frey dich der du selbst das leben
Mit alzeit newem preiß in ewikeit erheben.