11. Einer glaubigen Seelen Verbannisirung der Weltlust
By Johann Klaj
Written 1636-01-01 - 1636-01-01
Gott leidet noth und ich bin hold
den Erdenkoht den rohten Gold
Gott leidet Durst und ich trinck auß
den güldnen Weingefüllten Strauß.
Ich trinck der Erdenrohtes Blut
zur Lust zum Muht zum Vbermuht
von Milch wird Gottes Durst gestillt
Milch die von Jungfer Brüsten quillt.
Gott ligt früh bloß ich prange früh
mit bunter Seidenwürmer Müh
Er lieget kalt in kalten Stall
Mich wärm ein warmer Prange Saal.
Auff! laß das Läger meine Braut
von Schwanenfedern auffgebaut
der Thiere bauch und laue Tufft
haucht auff den Heiland warme Lufft.
Weg mit den Ehrgeitz! Fantasey
sind Wollust Hoffart Fresserey;
Mir mir beliebt das Leben baß
das voller Sünden Augen naß.
Mir biet in meinem krancken Stand
ein Creutz den andern Creutz die Hand
Mir ist kein Creutz hier eine Last
nur wolergehen Ruh und Rast.
Was ausserhalb diß Stalles ist
ist Wust Roth Vnflat Stanck vnd Mist
Der Sternen Kammer Kunst Gebäu
Ist nicht so schön als diese Streu.