11. Jahreszeiten in Athen

By Emanuel Geibel

Written 1833-01-01 - 1833-01-01

Nimmer den Sommer verweil' in Athen. Glutvollen Sirocco

Atmest du dann, und der Geist senket die Flügel verzagt.

Doch wann segnend der Herbst in rötlichem Duft durch die Berge

Wandelt, und am Felshang tiefer die Traube sich bräunt,

Wann der Ilissos rauscht, und die neuaufgrünende Talflur

Zwischen dem Ölwald bunt mit Anemonen sich schmückt,

Welche Wonne gewährt es alsdann, mit dem Freunde der Jugend

Auf den kolonischen Höhn unter den Blumen zu ruhn

Oder durchs Marmorgebälk goldrostiger Säulen des Himmels

Leuchtendes Blau einsam, stillen Gemüts zu beschaun!