11. Sommernacht

By Hermann von Lingg

Written 1862-01-01 - 1862-01-01

Leicht und leise nur

Schlummert Feld und Flur,

Ahnungsvolle Stille!

Schon den neuen Tag

Ruft der Wachtelschlag,

Hell zirpt noch die Grille.

Halb vom Schlaf erwacht,

Wittert schon die Nacht,

Daß im Ost es glühe.

Um den Blütenstrauch

Weht ein erster Hauch

Schon der Morgenfrühe.

Wärst du jetzt bei mir,

Süßes träumten wir

Zwischen Schlaf und Kosen.

Über grüner Au

Senkt sich goldner Tau

In den Kelch der Rosen.