13. Die Schöne Zernarbte.
Wär' auch ohn Unterscheid und Theilung schön zu nennen
Der blau-gewölbten Last geraumes Wunder-Feld?
Und würde Phebus nicht in steter Irre rennen
Im fall ihm keine Bahn und Strasse vorgestellt?
Des Himmels Antlitz läst sich eine Narbe trennen
Die Tag und Nacht die Hitz und Frost in Wage hält
Der Sonnen-Lauff umbschränckt und ieder muß bekennen
Auff diesem Striche ruh der Wohlstand aller Welt.
In Gärten liebet man der Felder Unterscheid:
Ein unbefurchtes Land ist ohne Fruchtbarkeit;
Ein unzertheiltes Haar der Wildniß zu vergleichen:
Drum führestu mit Recht als einen Pol diß Zeichen.
Ja weil dein Angesicht hegt zweyer Sonnen Schein
So solten billich auch zwey Strassen drinnen seyn.