13. Die Schöne Zernarbte.

By Hans Aßmann von Abschatz

Wär' auch ohn Unterscheid und Theilung schön zu nennen

Der blau-gewölbten Last geraumes Wunder-Feld?

Und würde Phebus nicht in steter Irre rennen

Im fall ihm keine Bahn und Strasse vorgestellt?

Des Himmels Antlitz läst sich eine Narbe trennen

Die Tag und Nacht die Hitz und Frost in Wage hält

Der Sonnen-Lauff umbschränckt und ieder muß bekennen

Auff diesem Striche ruh der Wohlstand aller Welt.

In Gärten liebet man der Felder Unterscheid:

Ein unbefurchtes Land ist ohne Fruchtbarkeit;

Ein unzertheiltes Haar der Wildniß zu vergleichen:

Drum führestu mit Recht als einen Pol diß Zeichen.

Ja weil dein Angesicht hegt zweyer Sonnen Schein

So solten billich auch zwey Strassen drinnen seyn.