13. Ode

By Georg Gloger

Written 1617-01-01 - 1617-01-01

Wilstu dich gleich vor mir kehren,

Und was Liebes suchen dir,

Doch so kanst du kaum entbehren,

Was du funden hast bei mir.

Was du hast bei mir gefunden,

Findest du nicht alle Stunden.

Gute Wort' ein iedes gibet,

Trewe Herzen seltsam sind.

Wol dem, wer was ihn liebt, liebet,

Und ein gleich Gemüte findt.

Ich auch wil für alle Gaben

Ein getrewes Herze haben.

Zwar ich habe mich befließen

Und beworben alle Zeit,

Wie ich möchte doch genießen

Trewer Lieb' und Seligkeit.

Aber die mir war mein Leben,

Hat sich anderwerts begeben.

Sol ich denn nun Solches lieben,

Was doch nicht wil meine sein?

Mich in fremden Fewern üben

Und mir machen newe Pein?

Sol ich meine Trewe binden,

Wo Nichts trewes ist zu finden?

Wärst du doch, weil du so liebest

Frembde Gunst, wie ich ietzt bin,

Und der, dem du dich ergiebest,

Hätte deinen falschen Sinn,

So würdstu nach solchem Wählen

Dich, wie ich mich muß, auch quälen.

Doch du wilst und must nun scheiden,

Deine Segel gehn schon auf,

Wollen keinen Anker leiden,

Sind bedacht auf vollen Lauf.

Nun du solst bei diesen Winden

Wenig trewe Porte finden.

Wirst du denn in Tod und Leben

Dort auf wilder Wellenbahn

Auf dem Untrewbette schweben

Hellenunter, himmelan:

Denn wirstu auch nicht vergessen,

Was du hast bei mir besessen.

Ich wil nunmehr einsam leben,

Und mich immer halten mir,

Wil mich keinem so ergeben,

Wie ich zwar getan bei dir,

Daß ich meine Lieb und Trewe

Nicht aufs ander mal berewe.