14. Die Schöne Zornige.

By Hans Aßmann von Abschatz

Wenn dein beherztes Blutt von Eyfer angefeuret

Auff deine Lippen steigt und aus den Wangen schwizt

Der innerliche Brand aus beyden Augen blizt

Wirst du der Pallas gleich zu seyn von mir betheuret.

Der Himmel hat mit Zorn die Helden ausgesteuret

Die Glutt das Sieges-Schwerdt Achillens zugespizt

Wiltu nicht zornig seyn so werd’ ich selbst erhizt

Weil der Verliebten Zorn die Liebe nur verneuret.

Was schadet mir was doch nicht lange währen kan?

Hör’ ich ohn Ungedult der Hunde Bellen an

Wie soll ich um ein Wort mich gegen dir erbittern?

Auff Wind und Regen muß es wieder besser wittern;

Auff Hitze folget Durst: Ich wette daß ein Kuß

Dich eh der Morgen kömmt hinwieder kühlen muß.