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Written 1640-01-01 - 1640-01-01
Wie wenn nach langer Angst vnd überstand'nem brausen
Der Port die Segel streicht:
Wenn nach der Wellen Macht vnd vngestümen sausen
Ein Schiff das Land erreicht:
Wie die auß Weh' entrückten Hertzen
In Lust vergessen ihrer Schmertzen,
Wie sich die Welt verneuet
Wann Sie den Frühling find:
Wie sich der Schnitter freuet
Wenn er die Garben bindt:
Wie Feld vnd Städte springen
Wenn nun der Krieg auffhört:
So muß voll Wonne singen
Mein Geist Herr der dich ehrt
Wie eine Mutter sich nach mehr den grimmen Leiden
Ob ihrer Frucht ergetzt;
Wie nach der Kranckheit lacht der nun die Pein fühlt scheiden
Die Fleisch vnd Bein verletzt:
Wie den die sanffte Ruh' erquicket
Den Arbeit Hitz vnd Last gedrücket:
Wie ein Gefangner starret
Vnd schier vor Wollust stirbt;
Wenn er den Tag erharret
Der Freyheit ihm erwirbt;
Wie der dem Tod entgangen
Sich kaum vor Freuden kennt
So muß die Seele prangen
Wann Gott sich zu ihr wendt
Halleluja! singt mit mir
Ihr die ihr noch den Schein der ersten Jahre zehlet:
Lobt den Höchsten für vnd für
Ihr die ihr euch den Schnee der rauen Zeit vermählet.
Rufft Halleluja! rufft die ihr beginnt zu leben!
Lob sey dem Höchsten Gott!
Ihr keuschen Blumen helfft deß Heylands Treu' erheben
Der retten kan auß Noth.
Ihr die ihr nicht mehr mit vns streitet
Rühmt mit mir den durch den ihr sigt!
Der euch die Ehren-Kron bereitet
Die ihr von seinen Händen krigt.
Er fordert in den Kampff die die sich ihm ergeben
Er führt sie in den Streit!
Er läst sie eine Last auff ihre Schultern heben
Er prüfft sie durch viel Leid.
Er stellt sich selbst als wolt er hassen;
Als ob er seine Schaar verlassen.
Er Wafnet offt die Regen
Die über sie ergehn
Mit schweren Donnerschlägen
Vnd bleibt von ferne stehn
Er schleust die schwartzen Grüffte
Deß bleichen Todes auff
Vnd zeigt der Höllen Klüffte
Dem ihm' erwehlten hauff.
Doch steht er bey wenn sie nun in dem Schauplatz ringen
Vnd krönn't mit schönem Preiß
Die Bürde muß ihr Fleisch nicht gar zu grunde dringen
Er trucknet ihren Schweiß
Sein Hertz muß auß mitleiden brechen;
Wenn sie in Arbeit ihn ansprechen
Er trennt das Vngewitter
Durch klaren Sonnenschein
Vnd tröstet die Gemüter
Vnd läßt sie nicht allein
Er heist die Leichen Leben:
Sein Licht vertreibt die Nacht
Er wil den Himmel geben
Wenn gleich die Höll' auffwacht.
Halleluja! rühmet Gott
Gott vnsern grossen Gott den König aller Götter
Der vns reist auß Noth vnd Tod
Der vnser Schutz vnd Heil vnd Beystand vnd Vertretter
Er kan und wil vnd pflegt vns stets die Hand zu bitten
Offt ehe man vermeint
Er lagert sich vmb vns hier steht er in der mitten
Er küsset wenn man weint
Je grösser vnß die Noth vorkommen
Je näher macht er sich herbey:
Je schwerer Joch wir vmbgenommen
Je eher spricht der Herr vns frey
Offt scheint es auß mit vns wir schätzen vns verlohren:
Weil Trost vnd Rath verzeucht.
Wir bilden vns nur ein daß wir zu Weh geboren
Die Hoffnung selber fleucht
Denn wündschen wir stracks zu vergehen
Vmb nicht mehr Elend außzustehen
Wir neiden die so schlaffen
Die Tod vnd Grab verdeckt
Die keiner Jammer Waffen
Kein Sturm der Angst erschreckt
Denn fluchen wir dem Tage
Der vnß der Welt gewehrt
Vnd zagen daß die Plage
So langsam vns verzehrt
Ach aber! dieses muß zu vnserm besten dienen
Was man so schrecklich nenn't
Deß Herren Beystand ist viel schöner denn erschienen
Wenn man kein Mittel kenn't
Er würcket vnser Glück vnd Leben
Wann vns der Martter Glut umbgeben
Er läst in Bande führen
Wenn er befreyen wil.
Er heisset was verlieren
Vnd gibt vnendlich viel:
Er leidet daß man schmähe
Die den er Throne macht
Vnd in Verachtung sehe
Die schon die Ehr anlacht.
Halleluja! Lobt vnd preist
Den Gott der wunderbar in wundern Wunderwercken
Der den gantz verschmachten Geist
Durch diß was Creutze scheint (dafern er wil) kan stärcken
Die heisse Flamme muß auff sein befehl nicht brennen.
Er hemm't der Sonnen Raad:
Der harte Fels muß sich in frische Quellen Trennen
Wann man kein Wasser hat.
Er führet trucken durch die Wellen
Sein Feind versincket auff der Erd:
Wann er der Stoltzen Trotz wil fällen
Schlägt ein Stab schärffer denn ein Schwerdt.
Er kenn't die beste Zeit vnd die bequemste Stunde
Er weiß die rechte Bahn
Wir Armen bitten offt mit halb erstarrtem Munde
Was vns verterben kan.
Doch sein stets Seegen-reich Gemüthe
Die Brunquell vnerschöpffter Güte
Trägt väterlich mitleiden
Mit vnserm Vnverstand
Wie man der Schwerdter Schneiden
Reißt auß der Kinder Hand.
Die welche nicht erlangen
Was sie von ihm begehrt
Die werden diß empfangen
Was mehres Danckes wehrt.
Betrübte stelt ihm heim stelt heim ihm eure Sachen:
Vertraut ihm was euch quält.
Er einig weiß diß wol was niemand weiß zu machen
Dem es an Macht nicht fehlt.
Der wird auff steiffer Ruh sich finden
Der auff ihn kan sein Hoffen Gründen.
Kein Donner wird erwecken
Auch keiner Plitzen Trutz
Kein Sturm wird wieder schrecken
Den der in seinem Schutz.
Lasst falsche Zungen stechen!
Setzt Speer vnd Sebel an!
Lasst Tod vnd Höll einbrechen!
Wenn Jesus retten kan.
Halleluja! pocht auff ihn
Der allen die vns feind ist viel zu hoch gesessen!
Vor dem Ach vnd Elend flihn'
Der vnser Schulden wil nicht seiner Gunst vergessen.
Was kan der Erden Bau was kan der Himmel geben
Daß seiner Güte gleich?
Den Vorschmack gönnt er vns in dem so engen Leben
Die waare Freud' im Reich!
Das wenn die Welt der Lust zu enge
Er vns von Anbegin gestifft
Voll vnerschöpffter Wolthat Menge
Die alles Dancken übertrifft.