15. Die Schöne Zerrissene.

By Hans Aßmann von Abschatz

Es mag sich wer da will in stoltzen Purpur kleiden

In theurer Würme Grab lebendig hüllen ein:

Du schöne Bettlerin kanst nackend schöner seyn

Darffst fremder Hoffart Schmuck im wenigsten beneiden.

Die Sonne wenn sich izt die dicken Wolcken scheiden

Giebt durch zurißnen Flor den angenehmen Schein;

Hier kan die brennende Begier am Helffenbein

Der Glieder hin und her mit Lust die Augen weyden.

Das Lust-Hauß deiner Brust der Garten deiner Schoß

Mit Lumpen nur umschränckt umzäunt mit Spinnen-We-

ben

Giebt uns den reichen Schmuck von tausend Blumen bloß.

So pflagen sich in Streit die Kämpffer zu begeben

(diß Kleid geht auch der Lieb’ am besten an die Hand )

An Sieges-Kräutzen reich und dürfftig an Gewand.