15.Auff den andern Pfingst-Tag. Joh. 3.

By Andreas Gryphius

Written 1640-01-01 - 1640-01-01

Der ewig treue Gott hat die nicht wehrte Welt.

So hoch auß heisser Lieb' in seinem Sinn geschätzet

Daß Er sein einig Kind für sie in Tod gesetzet

Sein Kind der Erden Heil vnd Rath Löse-Geld:

Wer sich mit festem Ernst an diesen Mitler hällt

Den hat kein Vntergang kein Hellen-Sturm verletzet

Er wird im Freuden-Schloß deß Himmel stets ergetzet

Wenn nun der Erden Bau in letzten Brand' einfällt.

Gott hat vns nicht sein Kind zu Straffe senden wollen

Sein Kind durch das wir Freud' vnd Heil erlangen sollen.

Wer standthafft auff ihn traut; den schreckt sein Vrteil nicht

Wer diese Hülff außschlägt vnd sich durch grobe Sünden

Wil mit Beelzebub vnd Beltal verbinden

Bleibt ewig schwer verdampt vnd schaut kein Himmels-Licht.