17.An H. Guilhelm Schlegel/ in Castain vnd Möhringen. Auff seinen Namens Tag

By Andreas Gryphius

Written 1640-01-01 - 1640-01-01

Der welchen Euch ein Hertz vnd eine Trew verbunden

Den jhr zwar vnerkennt doch mehr denn hoch gelibt

Gibt weil bey grawen frost Euch Franckreich Blumen gibt

Was weniger anitzt alß Blumen wird gefunden.

Die pracht der alten welt ist mit der welt verschwunden:

Die Hoheit wird durch fall vnd grimmen sturm betrübt

Die Zeit hat gantze Reich alß Asch' in wind gesiebt

Was tausend Jahre baw'n vergeht in wenig stunden.

Nichts ist ohn seinen todt nur trewe gunst besteht

Wenn Pergamus in glutt vnd Rom in staub vergeht

In Staub der Tyber last das gauckelspiel der winde.

Sie kennt was ewig ist vnd pocht der gräber noth

Macht Menschen Göttern gleich sie macht den Todt ohn todt.

Durch sie lebt was nur lebt: die ists mit der ich binde.