18. Was ist der Mensch! daß du sein gedenkest
By Catharina Regina von Greiffenberg
Written 1647-01-01 - 1647-01-01
Ach was ist der Arme Mensch daß du seiner so gedenkest.
ihm so reiche Wunder-Gnad Hülffe Schutz und Rettung schenkest?
der nichts kan als dich erzürnen übertrit all dein Gebot:
dennoch du dich ihm erzeigest als ein Lieb'-ergebner Gott.
Kan aus diesem Gnaden-Werk wie aus einem Büchlein lesen
deiner Gottheit Eigenschafft Art und recht selbständigs Wesen:
daß du gütig liebreich heilig und derwegen Gott must seyn.
Aus der unergründten Liebe leucht der Gottheit heller Schein.
Auch die unaufhörlich Güt uns was übermenschlichs lehret:
weil sie nur in Gott allein unverdient gleich-Liebreich währet.
Ja die allerheiligst Würkung ohne Selbnutz uns zu gut
zeigt es sey was hoch-erhabnes über aller Menschen Muht.