19. * Die Schöne Rothhärigte. *

By Hans Aßmann von Abschatz

Wiltu der Haare Brand mit Ziper-Asche decken?

Rubelle thu es nicht: Der Schönheit höchsten Preiß

Nach Urtheil kluger Welt behalten roth und weiß.

Die Morgen-Welt schmückt Pferd und sich mit rothen Fle-

cken.

Was in den Adern kocht muß Etnens Haubt entstecken.

Der Scheitel heisse Glutt befärbt der Wangen Eiß

Der Berenizen Haar glänzt so am Himmels-Kreiß;

Mit Stralen solcher Art pflegt Phöbus uns zu wecken.

Das weisse Schindel-Holtz deckt manch verächtlich Hauß;

Man flicht mit gelbem Stroh die Bauer-Hütten aus

Damit das Ziegel-Dach der Schlösser Zierde sey.

Kömmt Silber oder Bley der Pracht des Goldes gleich?

Carfunckel und Scarlat macht Stein und Farben bleich:

Der rothe Safran ist die theurste Specerey.