2.Mittag

By Andreas Gryphius

Written 1640-01-01 - 1640-01-01

Avff Freunde! last vnß zu der Taffel eylen

In dem die Sonn ins Himmels mittel hält

Vnd der von Hitz vnd arbeit matten Welt

Sucht jhren weg vnd vnsern Tag zu theilen.

Der Blumen Zier wird von den flammen pfeylen

Zu hart versehrt das außgedörtte Feldt.

Wündscht nach dem Taw' der schnitter nach dem zelt

Kein Vogel klagt von seinen Liebes seilen.

Das Licht regiert der schwartze Schatten fleucht

In eine höl in welche sich verkreucht

Den Schand vnd furcht sich zu verbergen zwinget.

Man kan dem glantz des tages ja entgehn!

Doch nicht dem licht daß wo wir jmmer stehn

Vns siht vnd richt vnd hell' vnd grufft durch dringet.