22. Verdamme nicht:

By Johannes Plavius

Was schlägst du viel durch deinen blinden bann

Den der da nicht wie du wohl gleübest gleübet

Den der da nicht wie du verbleibest bleibet

In deinem wan? ein frommer Christe kan

Wol seelig seyn vnd steigen himmel-an

Wann er schon nicht wie du wol schreibest schreibet

Auch alles nicht wie du es treibest treibet.

Die that beweist einn rechten Christen-mann.

Was urtheilst du doch deines herren knecht?

Bedencke nur wer hat in allem recht

Was er vermeint. Ein mensche kan wol irren

Drümb rath' ich dir: verdamme den ja nicht

Der Christum liebt. Wer weiss was dir gebricht?

Des Herren wort wird keinen nicht verwirren.