25.Auf seinen Geburts-Tag

By Andreas Gryphius

Written 1640-01-01 - 1640-01-01

Der Wunder-grosse Gott der nichts als Wunder macht

Pflegt diese die ihm treu nur wunderlich zu führen

Sie gehn durch Stahl und Schwerdt doch muß kein Schwerdt sie rühren;

Sie stehn ob um und um der Erden Grund erkracht

Es wird kein Haar versehrt ob schon die Flamm erwacht

Und an die Sternen schlägt. Wo Pest und Todt zu spüren

Verspürt man seine Krafft er weiß sie auszuzieren

Mit diesem was der Feind zu ihrer Qual erdacht.

Er führt in wüstes Feld durch ungebähnte Wege

Und führt auf rechte Weg aus Hecken-vollem Stege;

Und führt durch Hertzens-Angst zu ewig steter Ruh.

Die ungeheure Flut schluckt offt in tieffste Täuffen

Die Er erheben wil und darff sie nicht erseuffen:

Gott und was Gottes ist kommt nichts als Wunder zu.