26. Uber die Nichtig und flüchtige Welt-Lust.
By Catharina Regina von Greiffenberg
Written 1647-01-01 - 1647-01-01
O Tolle Welt! soltu mich also trutzen
und deine Lust so höchlich ausher mutzen?
sie ist ein Schiff das durch die Wellen-fuhr
läst keine Spur.
Ein Vogel ists der durch die Lufft hinfleuget
und seines Flugs kein Bahn noch Zeichen zeiget.
Gleich wie den Pfeil man in der Lufft nicht spürt
sie sich verliert.
Ein Schatten ist all' eitle Freud und Leben
den man nicht kan erhalten noch aufheben:
ein bloß Geschrey und lauter Hörnerschall
ohn Widerhall
Wie eine Wolk in Lüfften sich aufbauet
doch bald vergeht eh man sich recht umschauet:
ein Nebel Rauch und was vergänglich mehr
gleicht deiner Ehr.