27. Zörne nicht:

By Johannes Plavius

Weil menschliche natur durch sünde thun geschwächt ist

Vnd jhr die sünden lust vnd wesen dieser welt

Mehr als des Herren weg' vnd was er wil gefällt

So lange noch ein mensch durch sünd' ein sünden knecht ist

So lange thut sein zorn auch nicht was für Gott recht ist.

So lang' ein mensche noch von eitelkeiten hält

So lang' er die vernunft nach den begierden stellt

So lange hasst sein zorn was für Gott recht vnd schlecht ist.

Drümb hüte dich der zorn beraubet die vernunft:

Zerrüttet vns den witz; verwüstet das gemüthe;

Verheeret den verstand; verderbet das geblüthe;

Entmenscht den menschen gantz; verstöst jhn in die zunft

Der wilden thiere hin: er macht des menschen willen

Des Satans willen gleich vnd läst sich nichtes stillen.