3. Aus dem FF.

By Ludwig Eichrodt

Written 1848-01-01 - 1848-01-01

Steigt aus euren blut'gen Grüften,

Die ihr trugt ein Heldenherz,

Denn ich wittr' es in den Lüften,

Wie da gährt ein neuer März.

Aus dem Rauschen dieser Stürme

Hör' ich zu der Menschheit Heile

Einen Zug von Guillotinen

Und das Schwirren heil'ger Beile.

Nur im Blute wohnt die neue

Freiheit, nur im rothen Blut!

Kommen wird der Tag der Reue,

Wenn der Stahl noch länger ruht;

Wenn nicht bald an jedem Baume

Uns ein Volksverräther baumelt,

Wenn nicht bald von jeder Klinge

Uns ein Schergenhaupt enttaumelt.

Wie der Scheich aus Mädchenarmen

Reißet euch vom Mitleid los,

Wie die Rothhaut stürzt auf Farmen

Stürzt euch in der Mordlust Schooß!

Schrecket so die Camarilla,

Wie das Wigwam wird geschrecket,

Wenn den Leu von Madagaskar

Frevelnd der Malaie necket!

Seht! wie sie die Zähne fletschen,

Die von dem Hyänenbund,

Mit den eigenen Kartätschen

Stopfet ihren heischern Schlund!

Nur wenn jedes Herz muß zittern

Vor dem Schwurgericht der Rache,

Wird das Volk der Freiheit inne,

Triumphirt die gute Sache.

Nicht allein die Fürstenthrone,

Und die Pfaffenstühle nur,

Lodern auf im Flammenhohne,

Fallen dem Vernichtungsschwur –

Nein, es sorgt der Hahn, der rothe,

Daß er keinen Giebel fehle,

Der nicht unter sich beherbergt

Eine Proletarierseele.

Nur wenn diese gold'nen Lehren

Ueber alle Welt gestreut,

Wird dereinst auch wiederkehren

Die verheiß'ne gold'ne Zeit.

Wo kein Würger mehr zu schauen,

Kein Aristokratentiger,

Kein Verräther und kein Sclave,

Schurke nicht und nicht Betrüger.

D'rum wohlauf, ihr rothen Brüder,

Geht an euer Tagewerk!

Deine Lenze tagen wieder

Edle Männerschaft vom Berg.

Knirschet auf, und schwingt die Beile!

Kein Erbarmen und kein Schonen –

So zertritt das Volk die Hyder

Aller künft'gen Reactionen.