3. Des Gesichts.

By Barthold Heinrich Brockes

Wenn in die spiegelnde Crystallen

Der Augen so viel Wunder fallen,

Und wir von allen dem, was schön,

So herrliche Gestalten sehn,

Die uns durch Farb und Licht vergnügen,

Warum will unsre Seele nicht

Zu solcher Lust bey dem Gesicht

Die Kraft der Ueberlegung fügen,

Und nicht an den, der für die Pracht

Der schönen Welt sie sinnlich macht,

Jhr dazu Augen wollen schenken,

Mit Dank, in ihrer Lust nicht denken?

Warum will sie, nach ihrer Pflicht,

Nicht wenigstens das Sonnenlicht,

Und in ihr den, der ihre Pracht

Zum Nutz der Kreatur gemacht,

Nicht preisen, seiner sich nicht freuen,

Ein froh Bewundern ihm nicht weihen?