3.Das gewißeste unter allen ungewißesten ist der TodtAn die Stern-Frager

By Daniel Czepko von Reigersfeld

Written 1632-01-01 - 1632-01-01

Was fragst du umb die Stund, und umb den Augenblick,

Ja umb des Himmels Höh' und um der Erden Breite:

Was sol der Gleichstrich dir? Der Sonnen-Wende Seite:

Der Sternen Wechsel Stand, das Rädlein vom Gelück.

Umbsonst quartierest du in die zwölff Haüser ein

Die Herrscher der Geburt: Umbsonst suchst du die Wercke,

Der Zeichen Fall und Gang, der Lichter Schwäch und Stärcke:

Und ihren dritt- und vierdt- und sechsten Angelschein.

Wann den Gebuhrts Stamm du darauff von Jahr auff Jahr

Dem Himmel nachgewaltzt, und iede Stellung funden,

Was hast du denn davon? O Mensch, kaum einer Stunden:

Ja zwischen dem ein Blick kaum ist und seiner Baar.

Ich wil ein andre Kunst, die aus dem ersten Blick

In diesem Leben fleußt, dich lehrn, die heist: Wol sterben.

Dis Thema nihm in acht: Wo du nicht wilst verterben,

In jenem findest du den Tod, in diesem Glück.