3. Triumph des erwählten Volkes .
Auf Triumph, es kommt die Stunde,
Da sich Zion, die Geliebte, die Betrübte hoch erfreut,
Babel aber geht zu Grunde,
Daß sie kläglich über Jammer, über Angst und Kum-
mer schreit.
Diese Dirne hat beflecket
Ihr geschenktes, schön geschmücktes jungfräuliches Eh-
renkleid;
Und mit Schmach und Hohn bedecket,
Die dem Lamme auf die Hochzeit ist zum Weibe zu-
bereit.
Stolze Dirne nicht verweile,
Die da auf den vielen, vielen, vielen grossen Wassern
sitzt;
Und mit Angeln und am Seile
Ganze Völker zu sich ziehet, und in schnöder Brunst
erhitzt.
Zion siehet auf den Straßen
Die entblößten und geschminkten stolzen Töchter Ba-
bels an;
Wie sie sich beschauen lassen,
König, Priester, hoch und niedrig haben ihre Lust
daran.
Auf dem Lande, in den Städten
Hat die Dirne mit dem Becher, alle Heyden toll ge-
macht;
Sie stolzieren in den Ketten,
Haben sie als Schicksalsgöttin, sich als Götzen hoch
geacht.
Zions Schöpfer schaut vom Himmel
Auf die vollen, tollen Heyden und sein heilig Herz
entbrennt;
Daß das wüste Weltgetümmel
Sich sein trautes Zion nennet, welches ihn doch nicht
erkennt.
Zion netzet ihre Wangen
Mit so vielen heissen Thränen über den Verwüstungs-
gräuel;
Und erwartet mit Verlangen
In den Banden der Chaldäer ihres Gottes Sieg und
Heil.
Amen, Zion ist erhöret,
Unsre Thränen sind wie Wasser gegen Mittag aufge-
zehret;
Seht, Chaldäa ist zerstöret,
Unser Weinen ist in Jauchzen, unsre Last in Lust ver-
kehrt.
Freue dich mit Herz und Munde,
Du erkauftes, auserwähltes und erlöstes Israel;
Siehe Babels eigne Hunde,
Die die Frommen jagen mußten, fressen diese Jesabel.
Da wir noch an Babels Weiden
Unsre Harfen hängen müsten, war ein Tag wie tausend
Jahr;
Aber nun in Zions Freuden
Wird für einen Tag gerechnet, was sonst tausend
Jahre war.
O wie groß ist deine Wonne,
Schönstes Zion, es ist kommen, dein erwünschtes Hoch-
zeitsfest;
Da sich Jesus, deine Sonne
Der dich krönet, deinen Bräutigam, deinen König
nennen läßt.
Nach der Hochzeit wird die Nymphe
Aus dem Hause ihrer Mutter in des Vaters Haus
geführt;
Die mit ewigem Triumphe
In der Krone ihrer Hochzeit, ewig, ewig, triumphirt.
Auf ihr Cimbeln, auf ihr Saiten,
Psalter, Pauken und Trompeten, lobt des Herren
Heiligkeit;
Laßt uns ihm ein Lob bereiten,
Er ist König, er ist König in der Zeit und Ewigkeit.