30. Hüte dich für sorge der narunge:

By Johannes Plavius

Wie deucht dich solte Gott das liegen vnd nicht schlafen

Das wachen ohne ruh das haben ohne brauch

Das brauchen ohne nutz den schädelichen rauch

Den abschewlichen grind vnd räud' an seinen schafen

Das tödten ohne hand das morden ohne wafen

Das sterben ohne tod die todesfurcht vnd auch

Die lebensforcht zugleich das sorgen für den bauch

Die gross' abgötterey zu seiner zeit nicht strafen?

Was thut der arme mensch? jhn plagen ferne sorgen

Vnd ist doch vngewiß ob er den näh'sten morgen

In seiner schlaverey erlebet oder nicht?

Gott der die vögel speist die blumen schmückt vnd zieret

Verlässt den menschen nicht. Thu nur was dir gebüret

Traw' jhm vnd sorge nicht er weiß was dir gebricht.