31. Die Schöne Sauersehende.

By Hans Aßmann von Abschatz

Das äuserliche Thun zeigt meistens vom Gemütte

Was angebohren ist wird unvermerckt geweist;

Beherrschet nur den Leib ein freundlich-edler Geist

So zeiget sich wohl auch von aussen seine Gütte.

Wer aber witzig ist bemeistert das Geblütte

Verfälscht das Glaß das sonst der Sinnen Spiegel heist.

Nicht alles finstr’ ist Bley nicht alles Gold was gleißt:

Offt wohnt ein lindes Hertz in einer rauhen Hütte.

Zu viele Freundligkeit bringt Eckel und Verdruß

Die Gall erweckt und reizt des Honigs Uberfluß

Durch saure Speisen wird die Essens-Lust ersetzet.

Den allerstrengsten Durst bestillt das saure Bier;

Was keine mühe kost taugt weder mir noch dir

Verwehrtes Kleinod wird am meisten werth geschätzet.