31.Vorstellung und Verlangen des Göttlichen Willens.

By Gottfried Arnold

Written 1690-01-01 - 1690-01-01

Du unumschränckter Geist du freyes Wesen

Darnach sich alle Welt bequemen muß.

Ich hab von deinem Rath genug gelesen

Und bin in Demuth an der Weißheit Schluß.

Ach daß ich ihm möcht gantz gleichförmig werden

Wie solt ich nicht dir selbst so ähnlich seyn!

Der Himmel wär in mir schon auff der Erden

Mein Wille wäre mehr als Englisch rein.

O Wille der du nur mein Wohl verlangest

Laß diesen Schluß alsbald gehn in die That.

Ich weiß wie du mit einer Seelen prangest

Die sich nur überläst dem treuen Rath.

Laß meinen Vorsatz nicht so flüchtig bleiben

Bereite stärck erhalt was du gethan:

Du wollst mich lieber in die Enge treiben

Wenn ich außtreten wollt von deiner Bahn.

Dein Wille sey mein Weg die Regel und das Ziel

Kurtz: Alles sey er mir! Ich will ja nicht zu viel.