32. Auff den Tod des Herren

By Andreas Gryphius

Written 1640-01-01 - 1640-01-01

Wen wundert daß man nicht Tag in dem Mittag findet

In dem das wahre Licht in Todes Angst verschwindet?

Wen wundert daß die Erd erzittert und verfält

Weil den der alles hält das Creutz genagelt hält?

Der Tempel wird entdeckt der Vorhang ist zurissen

Weil Gott sein Wohnhauß läst die Todten selber müssen

Aus ihren Gräbern gehn in dem das Leben stirbt

Un die Natur mit ihm sein Meisterstück verdirbt.

Kan iemand über diß ihm noch Gedancken machen?

Mich wundert diß allein daß noch hir Menschen lachen.