32. Die Schöne Wundmählige.

By Hans Aßmann von Abschatz

Welch unbemenschtes Hertz und was vor Tiger-Klauen

Sinds die der zarte Leib zu seinem Hencker hat?

Ach deine Schönheit ist der Ursprung dieser That!

Dir schadet deine Zier der Federn Schmuck dem Pfauen:

Der Mörder wolte bald da aus dem hellen Blauen

Ein blitzend Augen-Strahl ihm an die Seele trat

Die Wolcken deiner Brust zertrennen und die Stat

Des Himmels selbst den Sitz des edlen Geistes schauen.

Ach hätt’ er doch geglaubt eh du so viel erlitten!

Das mindste was er fand war Perlen und Rubin

Die aus den Augen und der Wunde flossen hin.

Am schönsten Orte wird der Zeug entzwey geschnitten:

Wo göldnes Haar sticht durch trennt man der Haube De-

cken

Der Handschuch wird zertheilt wo Stein und Ringe ste-

cken.