32. Die Schöne Wundmählige.
Welch unbemenschtes Hertz und was vor Tiger-Klauen
Sinds die der zarte Leib zu seinem Hencker hat?
Ach deine Schönheit ist der Ursprung dieser That!
Dir schadet deine Zier der Federn Schmuck dem Pfauen:
Der Mörder wolte bald da aus dem hellen Blauen
Ein blitzend Augen-Strahl ihm an die Seele trat
Die Wolcken deiner Brust zertrennen und die Stat
Des Himmels selbst den Sitz des edlen Geistes schauen.
Ach hätt’ er doch geglaubt eh du so viel erlitten!
Das mindste was er fand war Perlen und Rubin
Die aus den Augen und der Wunde flossen hin.
Am schönsten Orte wird der Zeug entzwey geschnitten:
Wo göldnes Haar sticht durch trennt man der Haube De-
cken
Der Handschuch wird zertheilt wo Stein und Ringe ste-
cken.