32.An Frawen Marien Richterin

By Andreas Gryphius

Written 1640-01-01 - 1640-01-01

Schawt Gott wie er den schawt von seiner himmell feste

Auff dis was heilig ist vndt einig auff ihn hält;

Wie das sein donnerstrall den immer auff euch felt

Ihr schönstes tugendt reis vndt schont der dürren äste?

Auff welche schlegt sein plitz wen so viel hellen gäste

Gantz trunckenvoll von lust sich breiten in der welt

Ist pest ist flam vndt todt den nur auff euch bestelt

Da doch der bösen loß stäts fält auffs allerbeste?

Was sag ich? nein fürwar weil ihr in diesem leidt

Ein spiegel der gedult vnd bild der Hoffnung seidt

Mus dieser wetter sturm den starcken Geist bewehren.

Dehm weil er mehr den trew' in vngemeiner noth

Bey Christus blutfahn hält der ewigtrewe Gott

Mehr den gemeinen lohn vndt frewde wirdt bescheren.