32.Uber seiner Tochter Annæ Rosinæ Geburt
Written 1640-01-01 - 1640-01-01
Auf mein Röschgin! das der Höchste in dem Dornen-Pusch der Zeiten
Die uns ritzen die uns stechen; Daß die Hertzens-Ader springt:
Indem selbst die Rose Sarons mit dem schärffsten Tode ringt
Er die Rose Sarons selber wolt in diese Zeit einleiten.
Auf mein Röschgin! Das beflecket Mutter Evens Heßligkeiten
Das verdorret von dem Fluchen welches Dorn und Disteln bringt:
Dich erquicke diese Quelle die aus Christi Seit entspringt;
So wird dich kein Sonnen-stechen auch kein Nachtes Frost bestreiten.
Sind Rosen von der Göttin Blute roth:
Wer glaubet diß? dir blutet selber Gott
Und läst Ihm dir zu gut Händ Fuß und Hertz auffreissen.
Wenn dich dieser Purpur schmücket;
Ist dirs hier und dort geglücket
Und kanst bey Mensch und Gott ein schönes Röschgin heissen.