33. Die Schöne Einfältige.

By Hans Aßmann von Abschatz

Mein liebstes Rosen-Bild das nur der Unschuld Kreide

Kein Firnis schlauer List noch falsche Schmincke ziert

Mein Täubchen das kein Hertz wie keine Galle führt

Daß du nichts weist und viel doch gläubst ist meine Freude.

Dein Sinn bekleidet sich mit reiner Einfalt-Seide

Durch die man deine Lieb’ ohn langes Suchen spürt:

Was solte mir ein Weib die gerne disputirt

Dein Teutsches Ja und Nein vergnügt uns alle beyde.

Mein Wunsch ist daß ich stets im Friede leben kan

Dich nicht die Eitelkeit hab’ ich zur Frau erwehlet.

Wenn dort Xantippen nur nichts mehr als dir gefehlet

So stünde Socrates den Männern oben an.

Bist du ein lindes Wachs so ist mirs ein Gelücke

Daß ich nur Ehr und Treu zum Siegel in dich drücke.