33.Uber seines Sohnes Theodori Geburt

By Andreas Gryphius

Written 1640-01-01 - 1640-01-01

Kind das der Höchst uns hat aus lauter Hold gegeben

Kind das man schon vor Todt eh es gebohren schätzt:

Kind das nach langer Angst hat unser Hertz ergötzt

Kind das des Lebens Herr auch in dem Todt hieß leben!

Der müsse für und für in deinem Hertzen schweben

Der sich vor dich und uns vom Thron ins Creutz versetzt

Den Liebe nur allein zu dir und uns verletzt;

Er müsse für und für dich sein Geschenck erheben

Ja Gottes sein Geschenck: Ach danck es ihm allein;

Daß du ein Mensch sein Kind und noch kanst lebend seyn.

Was kanst du Ihm als dich hergegen wieder schencken.

Er nehme dich von uns mein Kind genädig an

Der diß was von Ihm kommt ja nicht verschmähen kan

Dann liegt Ihm ob vor dich zu sorgen und zu dencken.