35. Die Schöne Küpffrige.

By Hans Aßmann von Abschatz

Mein Kind es fleckt dich nicht die Röthe die der Wein

Dem lieblichen Crystall der Wangen angestrichen.

Diß Blutt zeigt die Natur bey dir noch nicht verblichen

Und kan das beste Raß bey Amors Speise seyn.

Der Ehren Hofe-Farb’ hat dich gekleidet ein.

Offt kömmt so

Wenn Zynthius der Welt mit gleichem Pracht entwichen.

Von keiner Schmincke darffst du borgen fremden Schein.

Hastu es von Geburt wenn deine Mutter mich

Zur selben Zeit genau betracht so liesse sich

Die Flamme die ich fühl’ aus deinen Wangen spüren.

Allein das Widerspiel ereignet sich bey mir

Mein bleiches Angesicht erweiset nichts von dir

Dein unverlöschlich Bild muß ich im Hertzen führen.