38.Auf einer Hoch-Fürstl. Person Absterben

By Andreas Gryphius

Written 1640-01-01 - 1640-01-01

Mehr denn durchlauchter Geist zureissest du das Band

Mit welchem Sterblichkeit umsonst dich sucht zu halten

Schwingst du dich Himml auf was ewig zu verwalten

Und denckst du nicht an dein in Leid vertiefftes Land?

Rufft Gott der Fürsten Fürst dich sein unschätzbar Pfand

Das er der Erden lieh! Jtzt nun die Treu wil alten

Nun Redligkeit verblüht und Recht und Lieb erkalten

Dorthin wo alles gläntzt im immer-festen Stand.

Blut würd an Thränen statt aus unsern Augn fliessen'

Wenn nicht dein Tod die Seel uns aus der Brust gerissen

Wie! nenn ich deinen Tod was dich ins Leben führt?

Ach Fürst: ich schau wie fern es mit uns leider! kommen

Weil du den Ehren Schmuck mit aus der Welt genommen

Der Kirch' und Rath und Schul und Schwerdt und Schild geziert.