4. Demütige dich
Was wilt du asch' vnd staub dich rühmen vnnd viel prangen
Mit deines herren gut' vnd rühmen deine konst
Dein wissen vnd verstand? Ist's doch des herren gonst.
Wie kömmest du so stoltz vnd frech einher gegangen
In deiner eitelkeit? die röthe deiner wangen
Die gläserne gestalt die mutter böser brvnst
Die doch wie laub verfällt erweckt dir solchen dvnst
Vnd hast du ja was guts so hastu es empfangen.
Darumb stoltziere nicht. Der höchste bleibt gefliessen
Dem der die demuth liebt. Der stoltze kriegt zu lohn'
Als er verdienet hat schmach schande spott vnnd hohn
Vnd neben dem ein bös' vnd sehr verwundt gewissen
Darumb so hoch du bist gewürdiget von Gott
So niedrig achte dich so wirst du nicht zu spott.