4.Mitternacht
Written 1640-01-01 - 1640-01-01
Schrecken vnd stille vnd dunckeles grausen finstere kälte bedecket das Land
Jtzt schläfft was arbeit vnd schmertzen ermüdet diß sind der trawrigen einsamkeit stunden.
Nunmehr ist was durch die Lüffte sich reget nunmehr sind Thiere vnd Menschen verschwunden.
Ob zwar die jmmerdar schimmernde lichter der ewig schitternden Sternen entbrand!
Suchet ein fleißiger Sinn noch zu wachen? der durch bemühung der künstlichen hand
Ihm die auch nach vns ankommende Seelen Ihm die an jtzt sich hier finden verbunden?
Metzet ein bluttiger Mörder die Klinge? wil er vnschuldiger Hertzen verwunden?
Sorget ein ehren-begehrende Seele wie zuerlangen ein höherer stand?
Sterbliche! Sterbliche! lasset diß dichten! Morgen! ach! morgen ach! muß man hin zihn!
Ach wir verschwinden gleich alß die gespenste die vmb die stund vnß erscheinen vnd flihn.
Wenn vnß die finstere gruben bedecket wird was wir wündschen vnd suchen zu nichte.
Doch wie der gläntzende Morgen eröffnet was weder Monde noch Fackel bescheint:
So wenn der plötzliche Tag wird anbrechen wird was geredet gewürcket gemeynt.
Sonder vermänteln eröffnet sich finden vor deß erschrecklichen Gottes Gerichte.