4.Uber die Beschneidung unsers Heylandes

By Andreas Gryphius

Written 1640-01-01 - 1640-01-01

Vor Blut-Schuld fordert Recht nichts als nur Blut vergiesen

Die Liebe brennt in Blut und wird durch Blut bewährt

Ein blutig Opffer ist das Gottes Grimm begehrt;

Mein Jesus lebt und kommt vor Schuld und Grimm zubüssen.

Er lebt drum wil Er uns und vor uns blutig grüssen

Und zwar so bald er uns zu unserm Heil beschert.

Bekräfftigt er den Bund und lescht was uns verzehrt.

Durch erstes Blut das wir schaun reichlichst von Ihm fliessen.

Diß unbefleckte Kind stellt sich zu solcher Pein

Vor die die es nicht werth in dieses Elend ein.

Und zeigt auch zeitlich an wie es erlösen wolle.

Diß Blut schreibt dir O Mensch die schuldigste Gebühr

Und traute Pflicht-Schuld vor. Schau Seel es zeiget dir

Was wer erlöst vor Gott und Jesum wagen solle.