4.Wandere!

By Heinrich Heine

Written 1826-01-01 - 1826-01-01

Wenn dich ein Weib verraten hat,

So liebe flink eine andre;

Noch besser wär es, du ließest die Stadt –

Schnüre den Ranzen und wandre!

Du findest bald einen blauen See,

Umringt von Trauerweiden;

Hier weinst du aus dein kleines Weh

Und deine engen Leiden.

Wenn du den steilen Berg ersteigst,

Wirst du beträchtlich ächzen;

Doch wenn du den felsigen Gipfel erreichst,

Hörst du die Adler krächzen.

Dort wirst du selbst ein Adler fast,

Du bist wie neugeboren,

Du fühlst dich frei, du fühlst: du hast

Dort unten nicht viel verloren.