4. Lob der Gottes Gebärerin

By Johann Klaj

Written 1636-01-01 - 1636-01-01

Morgenroth kömt bunt gefahren

Lilien gleich und Rosenblut

auffgekräust mit Saftranhare

schmutzelt mit rothgelber Glut;

Du bist schöner als der Wagen

der den Morgen bringt getragen

Schönste Maria.

Kaiserlich der Sternen Kayser

fährt in güldnẽ Wapenkleid

unn durchgutscht der Thire Häuser

als ein Schiedesman der zeit

du bist güldner als der Wagen

der den Tag bringt her getragẽ

Güldne Maria.

Prangend prangt in Prangewagen

deß Gewitters Wöchnerin

jhre Hörner abwerts hangen

mit verbuhlten Sinn und Kin

Du bist Silbern als der Wagen

der die Nacht bringt her getragen

Silber Maria.

Schön ists wenn in schönen Reyen

bey verschneiter Winternacht

der gestirnte Blumen Mayen

in den blauen Auen lacht

Du bist schöner anzuschauen

Stern der Jungfern und der Frauen

Sternlein Maria.

Sonnen Sonne dich bekleidet

der gantz güldne Sonnenflor

Dein Fuß tritt den Mond der weidet

den beflamten Götter Chor

zwölff der Sternen dich bekräntzen

die auff deiner Crone gläntzen

Krone Maria.

Moses-hecke die da glüet

sonder Kolen sonder Glut

Aarons-Ruhte die da blüet

träget Mandeln sonder Flut

Engelspeise her geflossen

Gartenbrunnen zugeschlossen

heilge Maria.

Marmor Tempel ohne Hammer

durch die Wolcken auffgeführt

Thor ohn Schloß und ohne Klammer

Vest verriegelt unberührt

Jacobsleiter Regenssegen

Bundeslade Thauesregen

Wundre Maria.

Dich der Jungfer Zierd und Ehre

Aller Weiber Kron vnd Glantz

Lieben alle Engel Chöre

Es sing aller Jungfern Krantz:

Nichts kan schöners auff der Erden

weit und breit gefunden werden:

Als die Maria.