41. Auf die tröstliche Gedanken / von der Göttlichen Güte

By Catharina Regina von Greiffenberg

Written 1647-01-01 - 1647-01-01

Ihr liebe Gedanken!

ihr bleibet ohn wanken

begleitend in Feldern

ergetzend in Wäldern

mein einiger Hort

an jeglichem Wort.

Ihr süsse Gespielen

nach wunschbaren Willen!

ihr Gottes-Gesandte!

ihr Engel verwandte!

wie tröstet ihr mich

so herzinniglich!

Ihr Himmels Holdinnen

Rubinen der Sinnen!

der Herzen ihr Kerzen

das Scherzen und Herzen

des Friedens und Sieg

nach grausamen Krieg.

Im wachen und schlaffen

bey Büchern bey Schaafen

bey Hirten Hirtinnen

bey Flüssen bey Brünnen

ja wo ich kan seyn

da fallt ihr mir ein

Ihr spielet ihr mahlet

ihr lächlet ihr strahlet

ihr schreibet und hauet

viel Vestungen bauet

und Städt in die Lufft

und Herzengrund-Klufft.

So bleibet nun blitzend

und Freuden erhitzend

in meinem Gemüte;

biß euere Blüte

und fleissige Zucht

bringt würkliche Frucht.