42. Die Schöne Schwangere.
Vor führtestu ein Hertz allein in deinem Leibe
Und blühtest Rosen-gleich in Anmutts-voller Zier;
Izt trägstu deren zwey und macht Verdruß bey dir
Daß deine Röthe nicht in altem Stande bleibe.
Nicht klage daß die Frucht der Blütte Glantz vertreibe:
Geht nicht der volle Mond dem halben Lichte für
Und wär er noch so blaß? zeigt sich ein Mangel hier
So dencke daß man ihn der Schuld der Zeit zuschreibe.
Dir steht wohl an und frey was andern ist verwehrt.
Das schwangre Schiff im See trägt Last doch unbeschwert
Dieweil es an dem Port sich zu entladen sucht.
Ulysses keusche Frau beschloß ihr langes Weben
Daß sie nach gleicher Kost der bitter-süssen Frucht
Was Händ und Füsse hat der Nachwelt konte geben.