43.Ebenbildt vnsers lebens

By Andreas Gryphius

Written 1640-01-01 - 1640-01-01

Der Mensch das spiel der zeit spielt weil er alhie lebt.

Im schaw-platz dieser welt; er sitzt vnd doch nicht feste.

Der steigt vnd jener fält der suchet die Paläste

Vndt der ein schlechtes dach der herscht vndt jener webt.

Was gestern war ist hin was itz das gluck erhebt;

Wirdt morgen vntergehn die vorhin grünen äste

Sindt nuhmer dür vndt todt wir armen sindt nur gäste

Ob den ein scharffes schwerdt an zarter seide schwebt.

Wir sindt zwar gleich am fleisch doch nicht von gleichem stande

Der trägt ein purpur-kleidt vnd jener gräbt im Sande

Bis nach entraubtem schmuck der todt vns gleiche macht.

Spilt den bis ernste spiell: weil es die zeit noch leidet.

Vndt lernt: das wen man vom pancket des lebens scheidet:

Kron weisheit stärck vndt gutt sey eine leere pracht.