44. An Furium

By Andreas Gryphius

Written 1640-01-01 - 1640-01-01

Dein Vater ward dreymal umb Dibstück angeklagt

Die Mutter hat es Knecht und Herren nie versagt

Biß sie der Hencker hat mit Rutten außgestrichen

Da ist sie auf dem Schnee in Angst und Frost verblichen.

Ich habe dich sehr oft sehn betteln umbher gehn

Und umb ein Stücke Brod für meiner Thüren stehn.

Biß dich das freche Weib die Chloris angenommen

Die mit geringer Müh ist zu vil Reichthumb kommen.

Als sie der schnelle Tod ( man weiß nicht wie) versehrt;

Hat man dich umb ihr Geld daß sie dir liß geehrt.

Mit dem hast du zu letzt Bonosus Fraw bestochen

Die mit dir in dem Feld hat Eh und Eyd gebrochen.

In kurtzem starb ihr Mann: Sie ward dein eigen Weib

Da nahm dein Ansehn zu da wickelst du den Leib

In güldne Tücher ein itzt bist du hoch gestigen

Und denckest durch die Lufft mit deiner Pracht zu fligen

Du drückst du schmehst du fluchst du klagst unredlich an

Die die dir vor vil Guts und nie kein Leid gethan

Du meinest über uns zu steigen und zu schweben:

Wer so steigt muß zu letzt der Leiter sich begeben.