45.An einen guten Freund/ über das Absterben seiner Tochter
Written 1640-01-01 - 1640-01-01
Gott selbst blitzt auf dich zu
Und reist die Tochter dir mein Herr aus Arm und Hertzen
Du du fühlst doch nicht sie die grimmsten Todtes-Schmertzen
Bestürtzter Vater du!
Gott weiß warum ers thu.
Indem die Welt ihr Heil höchst eifrig zu verschertzen
Indem der Himmel treufft mit lichten Schwefel-Kertzen
Liegt sie in stiller Ruh.
Dich ließ sie schon als sie dem Ehmann übergeben:
Weit besser dann bey Gott als einen Menschen leben
Doch läst sie dir anitzt ihr Kind ihr liebstes Pfand.
Sie ging doch nur voran um dir die Bahn zu zeigen.
Sie geht aus fremder Hütt ins Haus das stets ihr eigen.
Sie küßt des Höchsten Mund du küsse seine Hand.