45.Einem Neydischen vnnamhafften Lästerer

By Andreas Gryphius

Written 1640-01-01 - 1640-01-01

Schmeh' j ier weil du kanst halt nichts als dich für gutt

Vnd bleib nur wer du bist! Man wird nach dir nicht fragen

Von dem kein Mann erführ ob dich die welt getragen

Es kümmert sich vmb vieh kein hochgesinnter mutt.

Ein vnerschrocken Hertz das jhm durch Fleiß vnd Blutt

Die Ewigkeit vermählt das mächtig sich zu wagen

Wohin kein vnmensch denckt schätzt was vnß meynt zu nagẽ

Auch nicht deß Anblicks werth Neyd ist sein eigne Rutt.

Der Hund bällt nur vmbsonst deß Mondens Fackel an

Ein rasend tolles Haupt das nichs denn wütten kan

Pflegt wer vernunfft noch hat mitleidend anzuschawen

Ach! köntest du dich nur du vnmensch recht besehn

Vnd was du thust verstehn vñ wehn du pflegst zu schmehn

Dir würde vor dir selbst diß auff das brechen grawen.