47. Sey nicht misgönstig:

By Johannes Plavius

Was Gott den menschen gönnt das wird jhm neid nicht nehmen:

Wem Gottes Segen nützt dem schadet misgonst nicht:

Wen Gott alhier erhebt vnd auß dem staube richtt

Dem muss sich auch der neid so frech er ist bequämen:

Des frommen glücke kan auch seinen neider zämen

Vnd brechen jhm den muth. Wer andere versprichtt

Aus neid der hört mit spott vnd schmach was jhm gebricht.

Wen neid verführet hat den wird die zeit beschämen.

Gott theilet wie er wil die gaben seiner güte

Dem zieret er den leib eim andern das gemüthe

Den dritten macht er groß den vierden macht er reich

Ein jeder hat das sein' ein jeder hat zu dancken

Ein jeder halte sich in seiner gaben schrancken

Vnd sey vergnügt. Ist er schon nicht dem näh'sten gleich.